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Leuthen
 
Leuthen ist ein kleiner Ort im Land “Brandenburg”, im Kreis Spree-Neiße. Der Ort liegt an der B 169 etwa 10 km von Cottbus entfernt. Hier leben etwa 850 Menschen. Durch neugeschaffene Wohngebiete ist diese Tendenz steigend.
 
Leuthen besteht aus den Ortsteilen Leuthen und Winddorf. Ehemals waren beide Teile selbständig, im Laufe der Jahre sind aber beide Dörfer zu einem verschmolzen.
 
Auch die Schreibweise des Ortsnamen hat sich mehrfach verändert. Durch die Entwicklungen der Politik wurde Leuthen im Jahr 2003  zur Kleinstadt Drebkau eingemeindet. Der neue Ortsname ist nun “Stadt Drebkau Ortsteil Leuthen.
 
Dorfgeschichte von Leuthen
1840
Am 4. Januar brannten nachmittags die beiden Schenken Dommaschke und Weise ab. Das Feuer war bei Dommaschke angekommen, dicht neben der Schule. 
 
Familie Weise baute sein Haus- und Hofgebäude wieder auf der alten Stelle. Familie Dommaschke bauten auf ihrem Acker, an der Cottbusser Straße. 
 
 
 
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1888
Die Jugend war wegen der Müllerin aus allen Fugen geraten. Ein trauriges Zeugnis eines Dorfes, wenn die Dorfbewohner Sonntag, Dienstag, Donnerstag und Freitag in der Schenke waren und soffen. Statt zu sparen, versoffen sie ihren Verdienst und es wurden allerlei Schändlichkeiten vollführt.
 
14 Tage vor Pfingsten schnitt Friedrich Schink dem Lehrer die Rosenbäumchen vor der Tür ab. Skandal griff um, warum ? Weil der Lehrer gesagt haben soll: “Die Jugend liegt fortwährend in der Schenke”, was die reine Wahrheit war. Dies hatte allerdings der Pastor und nicht der Lehrer gesagt.
 
Im Herbst war auf der Bergschänke eine große Keilerei. Es gab bis drei Jahre Gefängnis.
 
Am 13. November warf die Jugend dem Stellmachermeister Boit die Fenster ein Die Giebel auf dem Hof wurden zerstört und das Haus vielfach durch mehrere Steinwürfe beschädigt.
 
Am 2. Weihnachtstag fand nachts um 2.12 Uhr auf der Bergschänke eine große Schlachterei an Menschen statt. Nachdem sich Kossät Müller, genannt Noatzk und sein Sohn Friedrich, bei Weisens angesoffen, gingen dieselben zu Starick und vollführten dort Unmenschlichkeiten. Die Feder sträubt sich dieselben zu schildern. Beide rasten, nachdem sie jeder einen Schnaps getrunken hatten, wie wilde Tiere mit den Menschen umher. Wer ihnen in den Weg kam, wurde niedergestochen. Ganz unmenschlich wurde der Kossät Resag von den Unholden zerstochen, daß die Beine vom Gehüft getrennt waren. Der Arzt hat an ihm 2 1/2 Stunden zu nähen gehabt. Schwer verletzt wurde der Neffe des Kossäten Mudra. Er erhielt einen Stich in den Rücken. Einem Dienstmädchen von der Schenke wurden die Sehnen der linken Hand vom Daumen und Zeigefinger durchgeschnitten. Die Hand blieb zeitlebens steif. Außerdem haben noch zwei Männer Schnitt- und Stichwunden erhalten. Das ist das gerühmte und berühmte Leuthen. Müller Senjor erhielt 1 1/2 Jahre und Müller Junior 3 Jahre Gefängnis.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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1891
Am 22. Mai 1891, Freitag Nachmittag 4.15 Uhr, schlug beim Gastwirt Weise der Blitz ein und erschlug die unter dem Kronleuchter vorübergehende Tochter Luise, alt war sie 29 Jahre.
 
Am 19. Mai, nachmittags 6.00 Uhr, zog ein Gewitter auf von Westen. Am Kollkwitzer Weg war Cristiane Resag mit Dünger spritzen beschäftigt. Gegen 6.15 Uhr wurde sie bei der Arbeit vom Blitz erschlagen. Die Kleidungsstücke waren in unzählige Lappen zerrissen, von denen welche weit geschleudert wurden. Alt war sie 25 Jahre. In noch nicht einem Jahr schlug der Blitz 2 Menschen tot.
 
Am 8. Juli, früh 3.15 Uhr, brannte vom Bauer Zinder zu Leuthen seine Scheune ab, mit sämtlichem Heuvorrat und Wirtschaftsinventar. Man vermutete Brandstiftung (es war Sonntag).
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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1896
Am 18. oder 19. März war ein Dieb in unserer Kirche eingebrochen. Das zweite Fenster neben dem Turm war eingedrückt. Entwendet war gar nichts
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1909
In den Morgenstunden des 21. Januar verbreitete sich das Gerücht, dass auf dem Gutshofe zu Leuthen ein Mord verübt worden sei.
 
Wie sich zum Entsetzen aller Einwohner bald herausstellte, hatte der 17 Jahre alte Klaus Adam Merkel, aus dem Rheinland gebürtig, die 15 1/2 Jahre alte Elfriede Kober aus Eifersucht und Rachesucht hinterrücks im Milchkeller ermordet, indem er ihr mit einem Messer den Hals durchschnitt.
 
 
 
 
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1914
Am 16 Juli schlug während eines heftigen Gewitters der Blitz in den Kirchturm ein. Er riss von einer Spitze ein Stück Mauerwerk ab. Dann fuhr er über die Orgel durch die Decke und beschädigte an der einen Seite die Orgel. An der Nordseite ging er wieder durch die Mauer heraus.
 
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Mai 2003: Nach wochenlangem Umbau hat Leuthen nun keinen Bahnhof mehr, sondern ist nur noch einen Haltepunkt. Um dies zu erreichen wurde das Anschlussgleis der Firma “Agro Dienst”, sowie die zum Stellwerk Leuthen gehörenden Weichen entfernt. Die manuell bedienten Schranken mußten automatischen Platz machen und das Stellwerk wurde außer Betrieb genommen. Um das ganze noch interessanter zu machen, hat die Bahn am Stellwerk alle Fenster mit Blechplatten verschraubt.
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Die Dorfkirche von Leuthen
 
Die in der Ortsmitte gelegene evangelische Kirche stammt aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Der Turm wurde 1854 errichtet. Der spätgotische rechteckige Backsteinbau ist der ursprüngliche Teil der Kirche. Später angefügt sind der dreigeschossig aufgebaute östliche Staffelgiebel und die Anbauten. Bemerkenswert sind die Vorhalle mit Tonnengewölbe, gestuftem Spitzbogenportal, dreiteiligem Treppengiebel und der Ostgiebel mit flachbogigen Nischen. Bei beiden entdeckt man die verschiedenen Formen der zierlichen Dekorationsart der späten Gotik: Taustäbe, Doppelblenden und Gewände
Beim Turmneubau wiederholte man die gestalterischen Elemente von Ostgiebel und Vorhalle. Am Südportal sind Fresken erkennbar. Es wird vermutet, dass im Inneren der Kirche unter dem Putz weitere Malereien vorhanden sind.
 
Das Kirchenschiff ist flachgedeckt.
 
Hervorzuheben sind die Patronats-empore aus dem 16. Jahrhundert. 1953 entstand der hölzerne Altaraufsatz mit dem aus der Zeit um 1435 stammenden Schrein eines gotischen Schnitzaltars. Dieser zeigt Maria in der Strahlenglorie, umgeben von den Heiligen Johannes Baptist, Dorothea, Magaretha und Katharina. über dem Gebälk ist ein Relief der heiligen Anna Selbdritt zu sehen.
 
Geschichtliches über Leuthen  
 
Leuthen ist eine Gemeinde mit 796 Einwohnern und einer Gesamtfläche von 1757,24 ha. Der Ort verfügt über mehrere kleine Handwerksbetriebe (Tischlerei, Schmiede, Kfz-Werkstatt, Friseur, Bäckerei) und seid einigen Jahren das Finnische Saunadorf. Des weiteren ist Leuthen verkehrsgünstig gelegen; Zur Autobahn Forst (Übergang Polen) und Berlin sind es ca. 5 km und zur nächst größeren Stadt Cottbus etwa 7 km. Urkundlich wurde das Dorf zum ersten mal 1346 erwähnt. Die Namensherkunft des Ortes ist nicht eindeutig. Leuthen ist ein wendisch 7 sorbisches Dorf, was hervorging aus zwei Ortsteilen, Leuthen und Wintdorf. Nach 1924, erkennbar aus alten Unterlagen, wurde Wintdorf eingemeindet. Man könnte auch sagen, Leuthen geht aus drei Ortsteilen hervor. Schriften belegen, daß 1818 die “Kolonie” (Leuthener Winkel) mit zwei Häusern hinzukam. Auf Leuthen sowie auf dem Hof und Vorwerk Wintdorf waren die Familien von Muschwitz von 1463 - 1945 vorwiegend Herrscher. Caspar Siegmund von Muschwitz ließ etwa im Jahre 1594 das Schloß Wintdorf bauen, ein Bau der über Jahrhunderte dauerte. Von den alten Wehranlagen, von Mauer und Wallgraben ist nichts mehr erhalten, aber der Turm, der weit über das Land hinausragt und die in den Formen so fein durchgeführten Giebel geben heute noch Kunde von dem alten Geschlecht von Muschwitz. Das Schloß lag am Westende des Dorfes.
 
Leuthen ist in einer offenen Landschaft am Südrand einer dem Niederlausitzer Grenzwall vorgelagerten Endmoräneangelegt und befindet sich am Rande einer ausgedehnten Niederung. Der eingemeindete Ort Wintdorf ist ca. 5m höher gelegen. Von der Anhöhe am Friedhof beispielsweise bietet sich dem Betrachter ein schöner Blick über Leuthen hinweg auf den Höhenzug des Grenzwalls. Der Feuerwachturm ist ebenfalls weithin sichtbar. Die Südliche Gemarkung prägt ein ausgedehntes, bis nach Laubst reichendes Niederungsgebiet. Traditionsgemäß findet in jedem Jahr das Sportfest in den Sommermonaten statt. Die Fastnacht mit dem Zampern gehört ebenfalls zum gesellschaftlichen Leben im Ort. Der Sportverein ist hierfür der Hauptorganisator. Hervorzuheben ist, daß eine gute Mischung zwischen Jung und Alt bei der Beteiligung an den Veranstaltungen zu verzeichnen ist. Auch dem Osterfeuer sehen alle freudestrahlend entgegen, denn bei dieser Veranstaltung trifft sich das ganze Dorf.
 Leuthen - Historisches
 
Urkundlich wurde das Dorf zum ersten Mal 1346 erwähnt. Die Namensherkunft des Ortes ist nicht eindeutig. Leuthen ist ein wendisch/sorbisches Dorf, was hervorging aus zwei Ortsteilen, Leuthen und Wintdorf. Nach 1924, erkennbar aus alten Unterlagen, wurde Wintdorf eingemeindet. Man könnte auch sagen, Leuthen geht aus drei Ortsteilen hervor. Schriften belegen, dass 1818 die "Kolonie" (Leuthener Winkel) mit zwei Häusern hinzukam.
 
Auf Leuthen sowie auf dem Hof und Vorwerk Wintdorf waren die Familien von Muschwitz von 1463 - 1945 vorwiegend Herrscher. Caspar Siegmund von Muschwitz ließ etwa im Jahr 1594 das Schloss Wintdorf bauen, ein Bau der über Jahrhunderte dauerte. Von den alten Wehranlagen, von Mauer und Wallgraben ist nichts mehr erhalten, aber der Turm, der weit über das Land hinausragt, und die in den Formen so fein durchgeführten Giebel geben heute noch Kunde von dem alten Geschlecht von Muschwitz. Das Schloss lag am Westende des Dorfes. Nach alten - aber unbestätigten Berichten - soll ein unterirdischer Gang bis Drebkau geführt haben. Gespräche mit Bewohnern ergaben Hinweise, dass auf bestimmten Streifen der Schnee rascher taute als in der Umgebung. Die Familie Muschwitz lebte bis 1945 auf dem Gut, wenn es auch verschiedentlich zu Erbstreitigkeiten kam.
 
1945 wurde das Schloss mit Flüchtlingen belegt.
 
Am 21. Dezember 1969, wenige Tage vor dem Heiligen Abend, brannte das Schloss ab. Es fiel einer Brandstiftung zum Opfer.
 
1974 wurde das Schloss der Entscheidung nach gesprengt und beräumt. 
 
Letzte Aktualisierung am 19. Januar 2015
 
 
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