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Ausstellung im Schloss Lübben mit Bildern von Alfred Janigk 
 
Auf dieser Seite, unterm zweiten Bild, 2ter Absatz, steht etwas über den Porträt- und Landschaftsmaler Alfred Janigk. Die Ölbilder dieser Ausstellung waren eine Leihgabe vom Wendischen Museum:
 
 
 
"SPREEWALDROMANTIK
Künstler sehen eine Landschaft.
1840 - 1940"
Sonderausstellung im museum schloss lübben
29. Juni - 29. September 2002
Und dass dem Netze dieser Spreekanäle
Nichts von dem Zauber von Venedig fehle,
Durchfurcht das endlos wirre Flussrevier
In seinem Boot der Spreewalds-Gondolier. 
 
Diesen Vers stellte Theodor Fontane 1859 seinem Bericht über eine Reise über Lübben nach Lübbenau, Lehde und Leipe voran. Schon die zweite seiner „Wanderungen durch die Mark Brandenburg” führte ihn hierher in den Spreewald. Die anschließende Veröffentlichung in der „Preußischen Zeitung” brachte einem breiten Publikum eine ursprüngliche Landschaft nahe und trug nicht unwesentlich zu ihrer baldigen touristischen Erschließung bei.
 
Bereits Ende des 18. Jahrhunderts hatten Geographen und Reiseschriftsteller diese urwüchsige Wald-Wunder-Welt, durchzogen von zahllosen Fließen und Kanälen, etwa auf halber Strecke zwischen den Metropolen Berlin und Dresden gelegen, entdeckt. Besonderes Interesse galt neben den topographischen Eigenarten einer ethnographischen Komponente - im Spreewald und seinen Randgemeinden lebten die Wenden, ein westslawisches Volk, das sich einen eigenen nationalen Charakter sowohl in Sprache und Liedern, als auch in Sagen und Bräuchen bewahrt hatte. Der Gottesdienst in wendischer Sprache wurde vor allem wegen der bunten Kirchgangstrachten eine Attraktion.
 
 Lübben
Den Schriftstellern folgten bald die ersten Maler, die diese Landschaft mit „romantischem Blick” einfingen. Als erster kam der Dresdener Christian Gottlob Hammer (1779 - 1864), gerufen von der gräflichen Familie zu Lynar. In größeren Abständen war er zwischen 1817 und 1850 in Lübbenau und Umgebung tätig. Seine Aquarelle und Sepiazeichnungen entstanden ganz im Geiste der Dresdener Romantiker, zu deren Kreis er gehörte. Da er seine hochfeinen Landschaften immer mit Personen staffierte, sind die intimen Blätter zugleich auch Dokumente des Alltagslebens im Spreewald.
 
Die nachfolgenden Künstler hatten ihre Wurzeln in der Region, waren jedoch auch über ihre Ausbildung an der Dresdner Kunstakademie mit nationalen und internationalen Kunstströmungen vertraut. Der in Lübben geborene Julius Uschner (1805-1885), ausgebildet in Dresden und Düsseldorf, dann in Italien weilend, siedelte sich in Dresden an, besuchte aber immer wieder seine Spreewälder Heimat. Auch der Cottbuser Friedrich August Schmalfuß (1791 - 1874), aufgewachsen direkt am Rande des Spreewaldes in Straupitz, hatte an der Dresdener Kunstakademie studiert. Aus Lübbenau gebürtig war Carl Max Krüger (1834 - 1880), in München und Weimar ausgebildet und in Dresden ansässig. Wegen seiner zahlreichen Landschaftsbilder aus seiner Heimat trug er den Beinamen Spreewald - Krüger. Seine Bilder waren so geschätzt, daß sie auch in die Sammlungen großer Museen aufgenommen wurden. 
                                        
War Theodor Fontane noch mit der „Nachtpost” nach Lübben gefahren, und von dort mit einer anderen Kutsche weiter, so begann mit dem Bau der Eisenbahnlinie Berlin-Lübben-Cottbus-Görlitz 1866/67 eine rasant zunehmende touristische Erschließung des Spreewaldes. Besonders an den Wochenenden flohen viele Berliner dem hektischen Großstadtleben und folgten dem Ruf von „Waldeseinsamkeit, Wiesenidylle und Wasser-Wander-Romantik”. Zu bestimmten Zeiten gab es sogar Sonderzüge in den Spreewald.
Mit dem Besucherstrom entstand auch ein Bedürfnis des Bildungsbürgertums nach Kunstwerken, die diese romantische Landschaft reflektierten. So manche Malerreise führte nun zahlreiche Künstler in den Spreewald. Besonders in den Sommermonaten nahmen sie für einige Wochen Quartier, um vor Ort für eine zahlende Kundschaft zu malen. Wurde das Spreewalddorf Lehde auch ein zeitweiliger Künstlerort, so entstand allerdings nicht wie andern Orts eine Künstlerkolonie. Entsprechend dem Publikum wandelte sich die vorwiegende Herkunft der Künstler vom Dresdener zum Berliner Kreis.
 
Zu den ersten Berliner Malern im Spreewald gehörte Adolf Burger (1833 - 1876), in dessen Werken aus den 1860er und 70er Jahre noch die Romantik nachklingt. Insbesondere das großformatige Gemälde „Begräbnis bei den Wenden” (Nationalgalerie Berlin) ist ein herausragendes Beispiel für romantischen Geist einerseits und die Darstellung wendischer Befindlichkeit andererseits, ohne das der Maler in Exotik abgleitet. Von der Vielzahl der Künstler, die zeitweise im Spreewald arbeiteten, seien nur genannt: Walter Moras (1856 - 1925), dessen gefällige Bilder noch heute hochgeschätzt werden, Curt Agthe (1862 - 1943) und Richard Eschke (1859 - 1944).
Lübben
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wirkten auch Künstler, die wiederum direkte, persönliche Beziehungen zum Spreewald hatten, vor allem die 1860 in Lübben geborene Marie Elisabeth Moritz, die in dem Künstlerort Friedenau bei Berlin lebte und immer wieder Lübbener Motive malte. Im Umfeld des Spreewaldes, in dem Dorf Jamlitz, hatte der Berliner Maler Franz Lippisch eine kleine Künstlerkolonie gegründet. Seine Tochter Bianca Commichau-Lippisch (1890 - 1968) schuf ein umfangreiches Werk, in dem der Spreewald und seine Bewohner einen bevorzugten Platz einnahmen. 
 
In Cottbus hatte sich Alfred Janigk (1889 - 1968) nach 1920 als freier Künstler niedergelassen, neben seinen Porträts sind es besonders seine Niederlausitzer Landschaften, und hier wiederum die Winterbilder aus dem Spreewald, die noch heute in uns eine romantische Saite anklingen lassen.
 
Die Ausstellung schließt mit Werken des aus der Region stammenden und in Weimar wirkenden Malers Fritz Lattke (1895 - 1980), dessen melancholische Bilder um 1940 auch für das Ende einer romantischen Blickrichtung auf eine besondere Landschaft stehen.
 
Erstmals wird in einer Kunstausstellung umfassend das Bild des Spreewald, eingefangen von Bildenden Künstlern in rund 100 Jahren, dargestellt. Die Exposition umfasst etwa 70 Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Grafiken. Neben den Beständen des neuen Regionalmuseums Lübben werden auch aus mehreren Museen und aus Privatbesitz zahlreiche Leihgaben präsentiert. Die Ausstellung will den Bewohnern des Spreewaldes, aber vor allem den zahlreichen Touristen, eine Landschaft nahe bringen, die auch heute noch vielfach zu romantischen Blick und Gedanken verführt.
Di - So 10.00 - 18.00 Uhr
museum schloss lübben
Eintritt: 2,50 EUR,
ermäßigt 1 EUR
Weitere Informationen
erhalten Sie im
museum schloss lübben
Stadt- und Regionalmuseum
Ernst-v.-Houwald-Damm 14
15907 Lübben (Spreewald)
Tel. 03546 / 187478
Fax 03546 / 186369
Änderungen vorbehalten!
 
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* letzte Aktualisierung am 26. Januar 2015 *
 
 
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