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Ausstellung Alfred Janigk in Cottbus
April 1913
 
In einer Abteilung des Broeßkesches Geschäfts in der Marktstraße finden wir die Ausstellung von Arbeiten eines einheimischen Malers. Es sind Ölgemälde und einige Radierungen von den jungen Maler Alfed Janigk. Wer bewusst sehen gelernt hat, findet hier mehr als nur Farbe auf Leinwand geschmiert. Das dem Aussteller die Form ebenso wichtig ist wie die Farbe, beweisen neben den Ölgemälden seine Radierungen. Dieser Zusammenklang zwischen scharfer Formenbeobachtung und frischer Farbengebung zeigt sich in Landschaften, gelungenen Porträtstudien und besonders in sein Selbstbildnis.
 
Janigk, der aus Koschendorf bei Drebkau stammt und hier in Cottbus zunächst das Handwerk eines Malers erlernte, besuchte die hiesige Fortbildungsschule. Er fühlte sich von Hause aus zum Landschaftsmalers berufen. Seinen Jugendarbeiten, die er in Ausstellungen der Fortbildungsschule wiederholt zeigen durfte, verdankt er es, das ein Cottbuser Bürger sich für die künstlerischen Anlagen des jungen Malerlehrlings interessierte und ihn in hochbeherzter Weise den Besuch der Akademie in Berlin und München ermöglichte.
 
Kaum aus der Schule entlassen, suchte er in liebevoller Vertiefung unsere nächste Umgebung im Bilde festzuhalten. Und es ist rührend zu sehen, wie er schon bei diesen frühen Versuchen in seinen Arbeiten Probleme der Maltechnik instinktiv  zu lösen sucht., deren Lösung Malern von Ruf Zeit ihres Lebens vorenthalten waren. Neue Anregungen brachte ihn die Insel Rügen und die Umgebung von Berlin und München. Aber seine Studien ließen ihn allmählich erkennen, dass die Menschenseele, die ihre Spiegelbilder in Menschenantlitze zeigt, auf ihn einen noch höheren Reiz ausübte, als die Landschaft. Er sattelte gewissermaßen um. Die Landschaftsmalerei trat mehr zurück und die Porträtkunst stellte dem jungen Künstler neue Aufgaben; sie lösten erst seine volle Begabung aus. Viele gut aufgefasster und gut gemalte Porträtstudien sind in der genannten Kunsthandlung ausgestellt. Farbenfreudigkeit ist allen eigen. Akademische Rezeptpinselei betreibt Janigk nicht. Wohl merkt man die Schule, doch lassen die Arbeiten das Streben in seiner Eigenart bestehen. Wohltuend ist die breite, sichere Pinselführung. Die weich und hart, Licht und Ton so sicher zu treffen weiß. Gewiss sind Anklänge vorhanden, doch die besten unserer Deutschen Meister sind es, die unserem ja noch jungen Janigks  Ziel und Richtung geben. Die vorhanden Arbeiten geben gute Hoffnung für die künstlerische Zukunft. Hoffnungen, die auch wohl den bitteren und resignierten  Zug aus dem Gesicht Janigks wegwischen werden, den wir in den ausgestellten Selbstporträt noch finden.
 
Wir erwarten, das Schaffenskraft und Freudigkeit unseres jungen Landsmannes in mühevollen Ringen nach Anerkennung und Erfolg nicht erlahmen werden und wollen mit diesen Zeilen unsere Cottbuser Kunstfreunde um die wohlwollende Beachtung der Arbeiten Janigks bitten.
 
Quelle: Cottbuser Anzeiger - Nr. 94 vom 22.04.1913
 
 
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* Letzte Aktualisierung am 26. Januar 2015 *
 
 
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