Buersche Volkszeitung - Gelsenkirchen
Nr. 05 vom 07.01.1964
( Copyright ) Reiner Laars
 
 
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Buersche Volkszeitung - Gelsenkirchen
Nr. 05 vom 07.01.1964
 
Von Cottbus kam ein Meister der Malerei
Alfred Janigk, der Maler märkischer Geschlechter, fand in Buer eine neue Heimat.
         
Farbenfrohe Porträts und farblich dezent getönte Landschaftsgemälde schmückten die Wände des Wohnzimmers in einer kleinen Etagenwohnung auf der Gladbecker Straße 31. Jedes einzelne nimmt den kunstfreudigen Besucher gefangen, gibt ihm einen Hauch mit dem großen Schaffen eines Mannes, der hier ein Heim gefunden hat und in die Kunst der Malerei aufgeht. Das Geschick riss ihn aus seiner Heimat und verschlug ihn in den Westen. Hier, in Buer, hat Alfred Janigk, der Maler märkischer Geschlechter, eine neue Heimat gefunden.
 
Nicht viel konnte er mitnehmen, als das drohende Gewitter aufzog, als er seine heimatliche Lausitz in Cottbus verlassen musste und ihn der Westen die einzige Rettung bot. Nur schwer konnte er sich von der märkischen Bauernscholle trennen, auf der er geboren wurde und Jahrzehnte hindurch seine Kunst lebte. Welche glückliche Schaffenszeit lag hinter ihm!
 
Nach seiner Studienzeit an der Hochschule Berlin und München unter Georg Koch, Peter Hahn, Carl von Marr und seinen Studienreisen nach Italien, Jugoslawien, Norwegen, und nicht zu vergessen Frankreichs Paris, bekam der damals noch junge Maler bald Aufträge von bedeutenden Persönlichkeiten seiner Zeit. So malte er den Kommandanten von Küstrin (1. Weltkrieg), General Sorsche, Bischof Wilhelm von Straßburg, den letzten Postminister zu Kaisers Zeiten. Exzellenz Rüdlin (übrigens ein Onkel des Essener in Buer wohnhaften Landgerichtsdirektors Rüdlin), General Kunzen, den jetzigen Personalchef in Bonn und viele andere. 
Alfred Janigks Hauptinteresse galt von jeher dem Porträt. Ohne Ausnahme atmet jedes einzelne inneres Leben und in der Art des Ausdrucks offenbart sich die Individualität und die Seele des Objektes. Graf Castell-Rüdenhausen in Golßen, Gräfin Pückler-Branitz, Frau Rittergutsbesitzerin Rüdlin-Starpel, Geh. Kommerzienrat Haase (Breslau), Graf Huwald (Straupitz), Baron von Wolff – Angehörige traditioneller märkischer Geschlechter – ließen sich von ihm malen.
Aber auch der Landschaft schenkte Alfred Janigk neben der Porträtmalerei seine Aufmerksamkeit, In Italien, vor allem aber im heimischen Spreewald gefertigte Landschaftsgemälde sind bleibende, farbenfrohe Zeugen seiner künstlerischer Gestaltungskraft. Aus jedem dieser Gemälde spricht die Liebe zur Natur, zur Heimatscholle, mit der er als alter Weidmann besonders verwachsen war.
 
Auch in Buer hat Alfred Janigk schon einige Porträts bekannter Persönlichkeiten gefertigt, so von Kaufmann Josef Weiser und Architekt Heidesen. Im Augenblick arbeitet er an einem Porträt des Grafen Luckner, bekannt unter den Namen „Seeteufel“, der sich zurzeit auf einer Weltreise befindet. Der jetzt 65jährige Kunstmaler hat sich in Buer bereits eingelebt und hofft, noch lange Jahre seiner Kunst treu bleiben zu können. 
FDW
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